Durchfall; Foto: ©vchalup/fotolia
Durchfall; Foto: ©vchalup/fotolia

Homöopathische Arzneien bei akuten Verdauungsstörungen

Dr. med. M. Berger - Dezember 2018

Weihnachten ist ein Hauptfest des Kirchenjahres. Wir feiern es heute als Familienfest mit geselligem Beisammenseins und gutem Essen. Da kann es rasch auch mal zu viel des Guten werden. Verdauungsstörungen können dann die Quittung sein – mal gering ausgeprägt und rasch vorübergehend, mal stärker und anhaltender. Wenn Gesundheit und Wohlbefinden unter Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen oder gar Erbrechen und Durchfall deutlich leiden, kann eine passende homöopathische Arznei erfahrungsgemäß das Wohlbefinden rasch wieder herstellen.


Wie immer in der homöopathische Medizin, die Wirkung einer Arznei ist umso besser, je genauer Sie mit den individuellen Beschwerden übereinstimmt. Je nachdem, was im Mittelpunkt steht, berücksichtigen wir den Auslöser, die individuellen Umstände von Beschwerden oder auch Symptome in anderen Organbereichen, welche die Beschwerden im Magen-Darmtrakt begleiten.


Im Online-Ratgeber können Sie interaktiv nach einer passenden Arznei suchen:

https://www.homoeopathie-heute.de/online-ratgeber/anwendungsbereiche/magen-darm/


Alternativ können Sie auch im Suchfeld (mit der Lupe gekennzeichnet) ein passendes Stichwort eingeben und einen passenden Beitrag auswählen.


Für Beschwerden durch Sodbrennen können Sie auch eine übersichtliche Behandlungstabelle zu Rate ziehen:https://www.homoeopathie-heute.de/aktuelles-archiv/behandlungstabellen/?s=sodbrennen


Dieser Beitrag beschreibt kurz und prägnant einige wichtige homöopathische Arzneien, die bei Verdauungsstörungen infrage kommen.


Nux vomica

Nux vomica ist eine der wichtigsten und am häufigsten benutzten Arzneimittel bei Beschwerden im Magen-Darmbereich.

Auslöser:

Überessen, schweres Essen, zu viel Alkohol, zu viel Kaffee

Beschwerden:

Alle oben genannten Beschwerden können durch die Gabe von Nux vomica verbessert werden. Typisch sind krampfartige Schmerzen, das Gefühl, als läge ein Stein schwer im Bauch, Drang zum Erbrechen, es will aber nicht recht gelingen. Alle Beschwerden sind meist schlechter am Morgen, in und durch Kälte sowie nach dem Essen. Wärme, Ruhe, Einhüllen und im Bett bleiben tuen gut.

Begleitende Beschwerden:

Die genannten Krankheitssymptome sind häufig von großer Frostigkeit begleitet, man fühlt sich insgesamt wie vergiftet, wie verkatert. Mit den Beschwerden einhergehende Reizbarkeit, möglicherweise bis hin zur zornigen Stimmung und Ungeduld sind ebenfalls häufige Hinweise auf diese Arznei.


Argentum nitricum

Die Arznei wird meist benutzt bei Verdauungsstörungen mit Völlegefühl, Blähungen, Erbrechen und/oder Durchfall.

Auslöser:

Zu viel Süßigkeiten; Beschwerden treten häufig als nervöse Symptome im Zusammenhang mit einer Art Lampenfieber auf, einer Anspannung vor einem bedeutsamen Ereignis.

Beschwerden:

Erbrechen, Auftreibung des Bauches mit viel Luft und Völlegefühl, lautes, heftiges Aufstoßen, Durchfall. Fester Druck auf den Bauch, sowie kalte frische Luft erleichtern meist den Zustand.

Begleitende Beschwerden:

Betroffene werden häufig von einer nervösen Unruhe ergriffen, haben das Gefühl etwas zu verpassen oder zu spät zu kommen.


Arsenicum album

Die Arznei kann bei Sodbrennen, vor allem Erbrechen und Durchfall angezeigt sein.

Auslöser:

Kälte, kalte Getränke und kalte Speisen, insbesondere verdorbene Nahrungsmittel.

Beschwerden:

Brennende Schmerzen sind charakteristisch. Erbrechen und Durchfall können gleichzeitig auftreten, der Stuhl ist meist wässrig, scharf und riecht faul, der After brennt. Betroffene frieren, verlangen nach Wärme und warmen Anwendungen (warme Speisen und Getränke).

Begleitende Beschwerden:Schwäche, Erschöpfung und ängstliche Unruhe können die Beschwerden begleiten.


Ipecacuanha

Diese Arznei ist vor allem bei Beschwerden im oberen Magen-Darmtrakt angezeigt.

Beschwerden:

Erbrechen mit ständiger Übelkeit, nichts scheint Erleichterung zu bringen, auch Erbrechen schafft keine Linderung der Übelkeit.

Begleitende Beschwerden: Der Speichelfluss ist vermehrt, die Zunge ist meist rein, ohne Belag.




Iris versicolor

Beschwerden:

Ausgesprochen heftiges Sodbrennen, mit stark brennendem Schmerz stehen im Mittelpunkt der Arzneiwirkung bei Verdauungsstörungen. Dabei kann sich das Brennen vom Mund bis zum After entlang des gesamten Verdauungskanals erstrecken.

Begleitende Beschwerden:

Bewährt hat sich die Arznei insbesondere, wenn die Verdauungsstörung von Kopfschmerzen (bis zur Migräne) mit Sehstörungen begleitet wird. Diese wiederum (Kopfschmerzen, Migräne) kann mit Übelkeit und scharfem, saurem Erbrechen einhergehen.


Lycopodium

Die Arznei kann bei allen aufgeführten Verdauungsstörung angezeigt sein. Im Mittelpunkt steht sicher die ausgeprägte Neigung zur Gasbildung mit Völlegefühl, Auftreibung des Bauches und Blähsucht.

Auslöser:

Überessen, Zwiebeln, blähende Speisen (Hülsenfrüchte)

Beschwerden:

Völlegefühl und Gasbildung rasch nach jeder Mahlzeit. Gehen diese ab, bessert sich der Zustand. Jede Einengung am Bauch ist unangenehm, Gürtel und eng anliegende Kleidung werden gelockert. Die Zeit am Nachmittag ist generell schlechter für die Betroffenen. Wärme, warme Getränke und Speisen tun dem Bauch eher gut. Der Appetit kann unbeeinträchtigt sein, allerdings tritt schon nach wenigen Bissen (erneut) die belastende Völle und ein Gefühl von Übersättigung auf.


Pulsatilla

Das Hauptmerkmal von Pulsatilla bei akuten Verdauungsstörungen ist die Auslösung durch fette Speisen.

Auslöser:

Fette Speisen, Sahne, sahnige Speisen (Saucen) oder Schweinefleisch führen zu Verdauungsstörungen.

Beschwerden:

Alle genannten Beschwerden, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, Erbrechen und Durchfall können durch fette Speisen ausgelöst werden. Die Zunge ist oft dick weiß belegt. Charakteristisch ist, das kalte Speisen und Getränke Linderung verschaffen. Bewegung an frischer Luft tut dem Allgemeinzustand gut. Die Beschwerden können sehr veränderlich sein, wechseln rasch Art und Ort ihres Auftretens.

Begleitende Beschwerden:

Bei Kindern beobachtet man u.U., dass die Verdauungsstörungen von einer anhänglichen, weinerlichen Stimmung begleitet wird, sie suchen Trost und die Nähe ihrer Eltern.


Einnahme homöopathischer Arzneien


Welche Potenz? 

Wir empfehlen für die akute Behandlung die homöopathische Potenz D12. 


Wie viel? 

Eine einzelne Gabe des homöopathischen Arzneimittels besteht aus 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder einer Tablette. 


Wie oft? 

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Ist die Arznei passend gewählt, erwarten wir nach wenigen Tagen, manchmal schon nach Stunden, eine Tendenz zur Besserung! 


Wann einnehmen? 

Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca. zehn Minuten liegen, dabei ist es egal, ob die Gabe vor oder nach dem Essen erfolgt.

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