Schnupfen; Foto: © Picture Factory / fotolia
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Kügelchen für die Kids - Homöopathie bei Kindern erfolgreich anwenden

Von Dr. med. Markus Wiesenauer - April 2008

Im wahrsten Sinne des Wortes. Die weißen Kügelchen der Homöopathie sind „in aller Mund“. Immer häufiger wird gerade von den Eltern auf die Homöopathie zurückgegriffen: Denn bei sachgerechter Anwendung sind die homöopathischen Globuli beim Neugeborenen genauso wie beim Schulkind ohne Gefahr von Nebenwirkungen oder Abhängigkeit anzuwenden. Mehr noch – die Behandlungserfolge bei Neugeborenen und Säuglingen sind eindeutige Beweise für die Wirksamkeit der Homöopathie. Der nässende, nicht abheilen wollende Nabel des Neugeborenen zeigt auf Calendula D 12 eine sichtbare Heilungstendenz: Genauso wie die seit Wochen anhaltende Windel-Dermatitis, die trotz intensiver kinderärztlicher Bemühungen nicht abklingen wollte und mit 2-mal täglich 1 Kügelchen Chamomilla D12 sich nicht nur der wunde Po besserte:  Auch  die  anhaltenden  Schreiattacken  des  Sprösslings  sind Vergangenheit.


Nur weil die Mama besonders liebevoll die Kügelchen in den Unterkiefer legte? Oder weil es sich die Natur just beim Geben der Arznei anders überlegte und deshalb der Verlauf sich änderte? Weder Placeboeffekt noch Spontanheilung können dafür als Schlagworte herhalten. Nein – es ist der individuell abgestimmte Arzneireiz, der eine Reizantwort provoziert: Die Beschwerden bessern  sich. Und dass die Homöopathie eben nicht nur bei „Befindlichkeitsstörungen“ hilft, sondern bei chronischen und schweren Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden kann, ist nicht nur eine bloße Behauptung. Sprechen Sie einmal mit Eltern, die leider einen solch schweren Weg mit ihrem Kind gehen mussten. Hören Sie einfach mal zu, wenn diese Eltern Ihnen berichten: Seit dem wir unser Kind homöopathisch behandeln, geht es ihm deutlich besser. Unser Kind wirkt insgesamt sehr viel robuster und „kränkelt“ nicht mehr so rasch wie früher. Deshalb wollen wir für unser Kind soweit wie möglich eine homöopathische Behandlung. 


Dass jede Therapie Grenzen hat, soll dabei gar nicht verschwiegen werden; solches trifft auch für die Homöopathie zu. Nur – die Homöopathie hilft oftmals dann noch weiterhelfen, wenn andere Therapiemaßnahmen nicht mehr greifen. Warum? Weil die Homöopathie – wie oben beschrieben – die Selbstheilungskräfte gezielt anregt. 3 Ohne Frage - manche Details dieses Wirkprinzips sind noch nicht bekannt. Die Frage nach dem „wie“ ist in der Tat ungeklärt. „Dass“ die Homöopathie wirkt, ist unstrittig.


Bemerkenswert auch, auf welche Weise Eltern mit der Homöopathie in Berührung kommen. In aller Regel sind es meist anhaltende Beschwerden beim Kind, die sich auf die bisherigen Therapieversuche nicht besserten. Dies zwingt dazu sich zu informieren und anfangs oftmals mit Erstaunen zu Hören, was andere Eltern mit der Homöopathie positives erlebt haben.

Oder aber der Weg führte über die Hebamme. Zunächst war die werdende Mutter erstaunt zu hören, dass zur Geburtsvorbereitung und während der Entbindung die Hebamme immer mal wieder ein paar Kügelchen zum Einnehmen gab. Und tatsächlich, es war geradezu eine „Bilderbuch“- Entbindung. Als es dann beim Stillen Probleme gab – zunächst wollte sich kein Milcheinschuß einstellen und dann begann sich auch noch die eine Brustdrüse zu entzünden: In beiden Fällen gab die Hebamme Kügelchen – und die Beschwerden klangen ab. Erste vorsichtige Fragen von der jungen Mutter, ob es denn für Ihr Neugeborenes auch solche Kügelchen geben würde, waren dann der Anlass, sich mit Homöopathie zu beschäftigen.


Wie gesagt - der erfahrene Therapeut wird ein breites Spektrum an Krankheiten homöopathisch behandeln. Wie aber können die Eltern selbst ihrem Kind helfen? Nun, gerade beim Ausbruch einer akuten Krankheit kann die Homöopathie erfolgreich selbst angewendet werden. Denken Sie mal an einen beginnenden fieberhaften Infekt. Im ersten Stadium, wenn Sie merken, dass Ihr Kind „was ausbrütet“: es sieht auffallend käsig aus trotz erhöhter Temperatur, verhält sich bemerkenswert still und vor allem, es möchte nicht allein gelassen werden: In einer solchen, den Eltern hinlänglich vertrauten Situation geben Sie Ihrem Kind Aconitum napellus D 12 (Eisenhut), etwa alle Stunde 3 Globuli, längstens bis zum Einschlafen. Geht es Ihrem Kind am nächsten Morgen besser, dann geben Sie das Mittel am zweiten Tag nur noch 3-4mal, um es dann bei fortschreitender Besserung wegzulassen. Nicht selten werden sie erleben, dass gerade die frühzeitige Anwendung der Homöopathie den Verlauf eines akuten (fieberhaften) Infekts deutlich abkürzt.


Wenn Sie aber jetzt sich sagen: bei meinem Kind ist es anders. Sobald es einen Infekt gefangen hat, dann beginnt es zu fiebern. Und eigentlich müsste ich gar nicht messen, denn unserem Kind sieht man das an: Knallrotes Gesicht und später dampft es förmlich, so stark schwitzt es. Es liegt freiwillig im Bett oder auf der Couch und möchte möglichst nur in Ruhe gelassen werden. Welches Mittel dann angezeigt ist? Belladonna D 12, die Tollkirsche,  ist bei diesen Beschwerden das Mittel der Wahl; die Dosierung ist wie oben angegebenen.


Wieder andere Eltern werden jetzt feststellen: bei unserem Kind ist es ganz anders, aber dafür jedes Mal ein regelrechtes Drama: Wir waren beim Arzt, der unser Kind untersucht hat und die Diagnose fieberhafter Infekt gestellt hat. Das Fieber ist zwar mit knapp 39° noch nicht Besorgnis erregend. Aber das Kind gehört ins Bett. Und insgeheim seufzen Sie: Wenn unser Sprössling das nur tun würde. Nichts da – sobald Sie wieder zu Hause sind, will Ihr krankes Kind zwar vieles, nur eines nicht: ins Bett.

Bekanntlich ist dies nicht förderlich, denn körperliche Schonung beim akuten Infekt ist notwendig. Was aber hat diese Schilderung mit der Homöopathie zu tun? Sie erkennen daran, dass es eben nicht nur um die Höhe der Körpertemperatur geht. In der Homöopathie ist auch und gerade das Aussehen und Verhalten des Kranken – ob Kind oder Erwachsener – entscheidend, was für ein Mittel das passende ist. Trifft die geschilderte  Situation  zu,  dann  geben  Sie  Ihrem  Kind Ferrum phosphoricum D 12.


Genauso gibt es speziell für die ganz Kleinen, also im Säuglings- und Kleinkindesalter ein hervorragendes Mittel, wenn das Näschen verstopft ist: Der Sprössling schnaubt, schnieft, selbst das Trinken an der Brust oder aus der Flasche wird zum Problem. Aus beiden Nasenlöchern quillt ein 5 Weißlich - gelblicher Schleim, den die Mama kaum abwischen Kann: Er ist zäh wie Kleister. Und Sie wissen um das Problem: Bei Ihrer Jüngsten hat dieser zähe Schleim bereits zweimal schon zu einer eitrigen Bindehautentzündung geführt; bei Ihrem Älteren hat der Sekretstau schon einmal eine Mittelohrentzündung verursacht. Jedes Mal hat Ihr Kinderarzt mit einem tiefen Seufzer Ihnen erklärt: Wir müssen den Schleim aus dem Nasenbereich rauslösen, sonst kommt es unweigerlich zum nächsten Infekt. An die anschließende Prozedur mit den Nasentropfen wollen Sie dann besser nicht denken. Kügelchen für die Kids: auch in einer solchen Situation. Sambucus nigra D 12, 3-mal täglich 3 Kügelchen lutschen; das Mittel ist ein bewährter „Schleimlöser“ in der geschilderten Situation. Und Sambucus nigra, der schwarze Holunder, löst den Schleim ohne Nebenwirkungen aus dem Nasen-Rachen-Raum heraus.


Ein häufiges Problem zumal bei Kindern ist die Antibiotikabehandlung. Immer wieder kommt es zu einem (fieberhaften) Infekt und in der Folge zu einer eitrigen Mandelentzündung, einer Mittelohrentzündung oder aber einer Bronchitis. Und jedes Mal  kommt es bei Ihrem Kind schon während der Einnahme des Antibiotikums zu häufigem weichen bis durchfälligem Stuhlgang, verbunden mit geräuschvollem Abgang von Winden. Oftmals lässt nach der Therapie auch noch der Appetit zu wünschen übrig. Sie fühlen sich im wahrsten Sinne des Wortes an den Suppenkasper erinnert. Auch wird Ihnen angst und bang, wenn das Nachbarskind schon wieder mit einer Schnupfnase vor Ihrer Tür steht: der nächste Infekt ist quasi vorprogrammiert. Welche Kügelchen können dabei helfen?


Okoubaka D3, 3-mal täglich 3 Globuli während und auch noch etwa zwei Wochen nach einer Antibiotika-Therapie können oft erstaunliches bewirken. Ihr Kind ist im Gegensatz zu ansonsten nach dem Infekt nicht mehr so schlapp und müde, auch die hinlänglich bekannten Verdauungsstörungen treten dieses Mal nicht auf. Insgesamt macht Ihr Kind einen viel frischeren Eindruck. Und wenn Sie nach einer etwa einwöchigen Behandlungspause Ihrem Kind nochmals drei Wochen lang Okoubaka wie beschrieben geben, dann werden Sie erleben, dass Ihr Kind nicht mehr so Infektanfällig ist wie zuvor.


Okoubaka D3 hilft auch bei einem akuten Magen-Darm-Infekt, wenn dieser mit einem Brechdurchfall verbunden ist. Allerdings - je jünger das Kind ist, umso früher sollten Sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Was auch immer der Kinderarzt dann verordnet, Sie können zusätzlich Okoubaka geben. Die misslichen  Beschwerden  klingen  schneller  ab.  Okoubaka,  der schwarafrikanische Rindenbaum, ist nebenbei bemerkt eines der am meisten faszinierenden Mittel in der Homöopathie!


Einmal mehr sei darauf hingewiesen, dass die genannten Mittel auch beim Erwachsenen  eingesetzt  werden  können,  sofern  die  geschilderten Beschwerden zutreffen. Okoubaka ist auch und gerade für den Erwachsenen ein bewährtes Mittel, wenn es z.B. auf Reisen durch eine Ernährungsumstellung zu Verdauungsstörungen mit unregelmäßigem Stuhlgang kommt. Wenn Sie sich angesprochen fühlen: Dann beginnen Sie mit der Einnahme bereits drei Tage vor Reisebeginn.


Noch ein Hinweis:  Auch wenn Sie in der Packungsbeilage eines der hier empfohlenen Mittel den Hinweis finden, dass es nicht bei Kindern unter 12 Jahren angewendet werden soll: Sie können Sie das Mittel in der beschriebenen Dosierung unbesorgt Ihrem Kind unabhängig des Lebensalters geben.



Viel Erfolg und Gute Besserung wünscht Ihnen


Ihr Dr. med. Markus Wiesenauer

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