Sonnenbrand; Foto: © llhedgehogll / fotolia
Sonnenbrand; Foto: © llhedgehogll / fotolia

Sonnenbrand und Homöopathie

Dr. med. M. Berger - Juli 2018

Der Beitrag beschreibt die Umstände eines Sonnenbrandes, der durch die schädigende Wirkung von UV-Strahlung ausgelöst wird und gibt Hinweise zur homöopathischen Behandlung.


Schäden durch UV - Strahlung

Ein Sonnenbrand wird vorwiegend durch die Einstrahlung von UV-B Licht auf die Haut ausgelöst. Dieser Teil der ultravioletten (UV) Strahlung ist kurzweiliger und energiereicher im Vergleich zur UV-A Strahlung. Ein Übermaß kann die Haut so schädigen, dass eine Verbrennung 1. - 2. Grades entsteht. Typische Symptome sind Rötung der Sonne ausgesetzter Bereiche, Hitzegefühl bis zum Schmerz oder das Auftreten ausgeprägter Schwellung der Haut und Blasenbildung.


Die schädigende Wirkung übermäßiger UV - Exposition der Haut kann sich neben dem akut verlaufenden Sonnenbrand Jahre später auch in der vermehrten Ausbildung bösartiger Hauttumore äußern. Die Häufigkeit ihres Auftretens ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch angestiegen. Insbesondere (vermehrte und starke) Sonnenbrände im Kindesalter gelten als wesentlicher Risikofaktor. Darüber hinaus führt die UV-Strahlung zu einer Hemmung des Immunsystems. Dies ist relevant für Menschen, die Medikamente zur Hemmung des Immunsystems einnehmen (nach Transplantationen, bei Autoimmunerkrankungen, rheumatischen Erkrankungen oder aus anderen Gründen). Häufig wiederkehrende ungeschüzte Exposition gegenüber UV-Strahlung führt auch zu einer vorzeitigen und mitunter dramatischen Alterung der Haut. Die Elastizität geht verloren und die Wundheilung wird beeinträchtigt.


Der schädigende UV-B Anteil des Sonnenlichts kann Fenster passieren, dringt wenig gefiltert in die oberflächliche Wasserschicht ein (Vorsicht beim Schnorcheln!) und wird auch von einer dünnen Wolkenschicht wenig abgehalten. Schnee reflektiert sehr stark, Sand an einem Sandstrand immerhin noch 20-30 % die Sonneneinstrahlung. Zu berücksichtigen ist unbedingt, dass auch die Augenlinse durch UV-Bestrahlung geschädigt werden kann. Diese Schäden können sich summieren und im Alter zur (vorzeitigen) Trübung der Linse führen (Grauer Star).


Schutz vor UV - Strahlung

Der wichtigste Schutz vor akutem und chronischem Schaden durch UV-Strahlung ist das Vermeiden direkter und indirekter Einstrahlung von Sonnenlicht und künstlicher UV-Quellen (Solarium). An zweiter Stelle steht das Tragen bedeckender Kleidung (ist die Kleidung UV-dicht?), einer breitkrempigen Kopfbedeckung und einer Sonnenbrille mit wirksamen UV-Schutz.


Chemischer Sonnenschutz

Chemische Lichtschutzpräparate schützen durch die absorbierende Wirkung von UV-Strahlung durch die aufgetragenen Chemikalien. Ihre Wirksamkeit wird durch einen genormten Lichtschutzfaktor (Sun Protection Factor, SPF) bestimmt. Er gibt die Zeit an, die sich eine Person länger der Sonnenstrahlung aussetzen kann ohne eine Rötung der Haut zu erleiden, im Vergleich zur ungeschützten Haut.

Bei der Beurteilung des tatsächlichen Schutzes gilt es allerdings einige Tücken zu beachten. Zunächst einmal: Wer weiß, wie lange der Schutz durch einen bestimmten Lichtschutzfaktor hält, wenn er gar nicht weiß, ab wann sich seine Haut bei ungeschütztem Sonnenbad zu röten beginnt?

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Methoden, mit denen der Lichtschutzfaktor im Labor ermittelt wird, im Vergleich zur tatsächlichen Anwendung als realitätsfern gelten. Untersuchungen haben ergeben, dass die meisten Menschen nur etwa ein Viertel bis maximal die Hälfte derjenigen Menge auf ihre Haut auftragen, die notwendig wäre, um die volle Wirkung des genannten Lichtschutzfaktors zu erreichen. Entsprechend verringert sich die Effektivität durch den Lichtschutz. Eine Sonnencreme mit dem SPF 40 wird dann beispielsweise zum SPF 10. Zu beachten ist des weiteren, dass für den Aufbau eines vollständigen Lichtschutzes die Sonnencreme ca. 30 Minuten vor Sonnenexposition aufgetragen werden sollte. Wer zum Schutz gegen Mücken zusätzlich ein Mückenschutzmittel benutzt, muss damit rechnen, dass die Wirkung des Sonnenschutzes etwa um ein Drittel reduziert wird. Um auch beim Baden und nach dem Bad geschützt zu sein, sollte der benutzte Sonnenschutz wasserfest und als solcher gekennzeichnet sein.

Wenn auch selten, so können doch auch Sonnencremes zur Irritation der Haut führen. Das könnte dazu führen, den chemischen Sonnenschutz zu intensivieren - obwohl er in diesen Fällen doch der Auslöser für die Irritation ist.


Physikalischer Sonnenschutz

Diese Art des Sonnenschutzes basiert auf dem physikalischen Prinzip der Reflexion. Er bildet eine Schutzschicht auf der Haut, an dem die UV Strahlung wie an kleinen Spiegeln abprallt. Dazu werden kleinste Partikel (sogenannte mineralische Pigmente) wie Titandioxid oder Zinkoxid benutzt. Mit zunehmendem Sonnenschutzfaktor können diese Sonnenschutzcremes einen weißen Film auf der Haut bilden, der von vielen Menschen als kosmetisch nachteilig empfunden wird. Aus diesem Grunde werden mitunter Nanopartikel, die den Lichtschutz effektiv verstärken und die Cremes kosmetisch verträglicher machen, beigemischt. Die Diskussion, ob Nanopartikel in der Anwendungen wirklich unproblematisch und nicht doch gesundheitsschädlich sind, insbesondere dann, wenn kleine Kinder an der Sonnencreme naschen, ist derzeit in vollem Gange.


Homöopathische Arzneien beim Sonnenbrand

Belladonna (Tollkirsche) ist das Hauptmittel beim Sonnenbrand. Typisch ist die starke Rötung, die Hitze und das schmerzhafte Brennen der Haut. Auch wer zusätzlich ein Frösteln auf der Haut empfindet, liegt mit Belladonna richtig. Selbst dann, wenn der Sonnenbrand lokal einzelne Körperregionen betrifft, kann es mitunter eine allgemeine Reaktion in Richtung Sonnenstich geben. Das Gesicht färbt sich ebenfalls hochrot, die Augen sind gerötet. Pulsierender Kopfschmerz tritt auf, verschlimmert durch Bewegen (Erschütterung) und Vornüberbeugen, durch Licht und laute Geräusche. Kommt es tatsächlich zu einem Sonnenstich oder gar einem Hitzeschlag, ist unbedingt ärztliche Hilfe einzuholen, es kann sich um einen medizinischen Notfall handeln. Zusätzlich zur adäquaten Notfallversorgung ist auch in diesen Fällen Belladonna meist die angezeigte homöopathische Arznei.


Kommt es nach übermäßigem Sinnengenuss zu einer flächigen, starken Schwellung der Haut, die sich ebenfalls heiß anfühlt und anders als bei Belladonna allerdings durch Kühlung gebessert wird, ist Apis mellifica (Honigbiene) angezeigt.


Cantharis (Spanische Fliege) ist ein sehr bewährtes homöopathisches Arzneimittel, wenn im Rahmen einer Verbrennung große flüssigkeitsgefüllte Brandblasen in Erscheinung treten. Stehen diese bei einem Sonnenbrand im Mittelpunkt, ist Cantharis als passende Arznei zu wählen.

Einnahme homöopathischer Arzneien


Welche Potenz? 

Wir empfehlen für die akute Behandlung die homöopathische Potenz D12. 


Wie viel? 

Eine einzelne Gabe des homöopathischen Arzneimittels besteht aus 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder einer Tablette. 


Wie oft? 

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Ist die Arznei passend gewählt, erwarten wir nach wenigen Tagen, manchmal schon nach Stunden, eine Tendenz zur Besserung! 


Wann einnehmen? 

Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca. zehn Minuten liegen, dabei ist es egal, ob die Gabe vor oder nach dem Essen erfolgt.

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