Allergien; Foto: © mkrberlin/fotolia
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Homöopathie bei Heuschnupfen

Dr. med. Mirko Berger - März 2017

Beim Heuschnupfen reagiert unser Organismus (über-) empfindlich auf verschiedene Fremdstoffe, in der Regel auf Pflanzenpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Das Immunsystem meldet eine Bedrohung, springt an und entwickelt entzündliche Abwehrreaktionen - obwohl die genannten Stoffe für uns eigentlich völlig harmlos sind. Die Bezeichnung „Heuschnupfen“ bezieht sich auf die Auslösung durch Pollen (Bäume, Gräser, Getreide). Die Beschwerden werden dann streng begrenzt (saisonal) über einige Wochen im Jahr auftreten. Stehen andere Auslöser, Tierhaare oder Hausstaubmilben, im Mittelpunkt, werden die Symptome unabhängig von der Jahreszeit auftreten. Mehr als die Hälfte der Menschen, die unter Heuschupfen leiden, entwickeln im Laufe ihres Lebens auch Reaktionen auf verschiedene Nahrungsmittel (Kreuzallergien). Aufgrund ähnlicher Eiweißstrukturen kommt es beim Verzehr dieser Nahrungsmittel zu Beschwerden im Mund, Rachen oder Magen-Darm-Trakt. Am bekanntesten ist wohl die Unverträglichkeit von diversen Steinobstsorten als Kreuzallergie bei Menschen mit einer Birkenpollenallergie. 


Individuelle Auswahl einer passenden Arznei

Die Homöopathische Medizin orientiert sich an den individuellen Beschwerden. Dies bedeutet, dass auch beim Heuschnupfen, je nach Beschwerden, verschiedene homöopathische Arzneimittel zum Einsatz kommen können. Je genauer das homöopathische Arzneimittel gewählt ist, umso effektiver ist seine heilende Kraft. 


Allium cepa (Küchenzwiebel) ist beim allergischen Schnupfen häufig angezeigt. Betroffene klagen über reichlich, „wie aus einem Wasserhahn“ fließenden Schnupfen. Die Absonderung ist dünn und wässrig, Nasenausgang und Oberlippe sind schnell gereizt, gerötet und sie brennen. Häufiges Niesen, manchmal auch Heiserkeit, können die genannten Beschwerden begleiten. Auffallend ist die paradox anmutende Verbesserung an frischer Luft. 

Ist der Schnupfen eher zäh und klebrig, bilden sich in der Nase fest haftende Krusten und Borken, ist dies ein charakteristischer Hinweis auf Kalium bichromicum (Kalium bichromat). Die Nase ist verstopft, die Absonderung kann lange Fäden ziehen. 


Das Kürbisschwämmchen (Luffa) ist ebenfalls bei hartnäckiger Verstopfung der Nase angezeigt. Nicht nur die Schleimhaut der Nase, auch Rachen und Augen sind auffallend trocken. Ähnlich wie bei Allium cepa verbessert frische, insbesondere feuchte Luft das Befinden. 

Für die Empfehlung von Nux vomica (Brechnuss) beim allergischen Schnupfen bedarf es eher passender allgemeiner Umstände. Die Nase selbst kann verstopft sein oder der Schnupfen fließt reichlich. Ein sehr auffallendes Charakteristikum für die Arznei ist die deutliche Verschlechterung am Morgen, sofort nach dem Erwachen. Krampfartige Niesattacken und allgemeines Unwohlsein („wie vergiftet“) sind dann besonders ausgeprägt. Die Beschwerden werden meist von Ungeduld, Reizbarkeit und dem Gefühl, von der Krankheit stark behindert zu sein begleitet („der Heuschnupfen nervt...“). Wärme, Ruhe und das Vermeiden geistiger Anstrengung sind hilfreich. 


Ist die Nase in warmer, stickiger Umgebung oder im Bett verstopft, befreit hingegen Aufenthalt an kühler, frischer Luft die Nasenatmung, kommt Pulsatilla (Küchenschelle) in Betracht. Die Absonderung ist meist schleimig und von gelblicher oder auch gelb-grüner Färbung. Häufiges Niesen (in warmen, geschlossenen Räumen) sowie Beschwerden der Augen (vermehrter Tränenfluss, schleimige Absonderung, Jucken) sind ebenfalls gute Hinweise auf die Arznei. 


Abschließend sei auf Sabadilla (Läusekraut) hingewiesen. Ziehen Sie bitte dieses Arzneimittel in Betracht, wenn endlose, erschöpfende Niesanfälle im Mittelpunkt stehen. Diese werden durch heftiges Kribbeln in der Nase, im Rachen oder auf den Lippen ausgelöst (wie „Ameisenlaufen“). 

Arzneien bei allergischen Augenbeschwerden

Wenn die hauptsächlichen Beschwerden beim Heuschnupfen im Bereich der Augen liegen, kommen folgende Arzneien in Frage: 


Ambrosia (Traubenkraut) ist angezeigt bei reichlichem Tränenfluss, begleitet von heftigem Brennen, Beißen und Jucken der Augen und Augenlider.


Bei Apis (Biene) steht die ausgeprägte Schwellung der Bindehaut, der Augenlieder, des Gesichtes und / oder der Lippen im Vordergrund. Starkes Hitzegefühl, manchmal auch Brennen oder Stechen, begleitet die Schwellung. Durch (eis-) kalte Auflagen kommt es zu einer Linderung der Beschwerden. 


Euphrasia (Augentrost) ist ähnlich wie das Arzneimittel Ambrosia bei brennendem Tränenfluss, der die Augen reizt, anzuwenden. Die Augen sind gerötet. Während bei Ambrosia die Nase eher trocken ist, weist ein Fließschnupfen auf Euphraisa hin. Helles Licht und Aufenthalt im Wind verschlechtern die Beschwerden, und lassen die Augen noch mehr tränen. 


Luffa (Kürbisschwämmchen) ist die passende Arznei, wenn Trockenheit der Augen als Hauptbeschwerde auftritt. Meist sind nicht nur die Augen trocken, sondern auch Nase und Rachen, sie fühlen sich an „wie verstopft“. Verständlich, dass warme und trockene Luft nicht als angenehm empfunden wird, frische (feuchte) Luft hingegen die Beschwerden lindert. 


Pulsatilla steht für vermehrten Tränenfluss, auch mit gelb-schleimiger Absonderung, begleitet von starkem Augenjucken. Die Nase ist meist verstopft. Sehr auffallend ist die Besserung durch kühle frische Luft: die Augenbeschwerden werden gelindert, die Nase wird freier, meist steigt sogar das allgemeine Wohlbefinden. Der Aufenthalt in der Hitze oder in stickigen Räumen führt andererseits zu einer deutlichen Verschlechterung aller genannten Beschwerden. 



Abschließend sei auf ein weiteres Arzneimittel hingewiesen, dass bei ausgeprägter Mattheit und Antriebsschwäche in Zusammenhang mit dem akuten Heuschnupfen genannt werden muss: Galphimia hat sich häufig bewährt, wenn das Allgemeinbefinden durch die Krankheit derart reduziert ist. 


Einnahme homöopathischer Arzneien


Welche Potenz? 

Wir empfehlen für die akute Behandlung die homöopathische Potenz D12. 


Wie viel? 

Eine einzelne Gabe des homöopathischen Arzneimittels besteht aus 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder einer Tablette. 


Wie oft? 

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Ist die Arznei passend gewählt, erwarten wir nach wenigen Tagen, manchmal schon nach Stunden, eine Tendenz zur Besserung! 


Wann einnehmen? 

Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca. zehn Minuten liegen, dabei ist es egal, ob die Gabe vor oder nach dem Essen erfolgt.

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