Infekt; Foto:  © Elbur / fotolia
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Homöopathische Arzneien bei grippeartigem Infekt

Dr. med. Mirko Berger - November 2010

Gerade in den Herbst- und Wintermonaten leiden viele Menschen unter akuten Krankheiten der Atemwege. Die genauere Betrachtung der konventionellen therapeutischen Möglichkeiten lässt uns schnell erkennen, dass herkömmliche Medikamente ausnahmslos Symptome bekämpfen, nicht jedoch die Heilung beschleunigen. Im Gegenteil: Ein Infekt, bei dem das Fieber gesenkt wird, dauert länger. Wir gehen davon aus, dass die Symptome und Beschwerden bei einem Infekt der Atemwege (Fieber, Husten, Schnupfen etc.) den Versuch des Organismus zeigen, die Krankheit zu überwinden - unser Körper kämpft gegen die Erkrankung. So ist zu verstehen, dass beispielsweise die medikamentöse Fiebersenkung drohende Komplikationen verhindern kann, aber den Organismus letztlich nicht unterstützt, seine Gesundheit zurück zu erlangen! I Die meisten als „Grippemittel“ verkauften Arzneien sind in diesem Sinne nicht hilfreich. Die Homöopathie stärkt durch die Verbesserung der Immunsituation die Fähigkeit des Organismus, die Erreger abzuwehren. Die Wirkung homöopathischer Arzneien kann helfen, schnell und vollständig zu genesen! 


Erkältungskrankheiten, fieberhafte Infekte, Schnupfen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen u.a. werden überwiegend durch Viren ausgelöst (je nach Studie in 70 – 90%), die eine Schwächung unserer Abwehr nutzen und die Erkrankung auslösen. Obwohl Antibiotika bekanntlich lediglich auf Bakterien wirken, erhalten die meisten Menschen mit einem akuten Infekt der Atemwege von ihrem Arzt ein Rezept für ein Antibiotikum (bis zu 90% dieser Patienten!). 

Bei unkompliziertem Verlauf (kein anhaltend hohes Fieber, kein deutlich reduzierter Allgemeinzustand, keine Organkomplikationen) spricht nichts gegen eine Selbstmedikation. Allerdings ist die Konsultation eines Arztes bei einem längeren Krankheitsverlauf und jeglichem Zweifel an der Gutartigkeit der Erkrankung angezeigt.


Die Homöopathische Medizin orientiert sich an den typischen, charakteristischen Symptomen des Patienten (Ähnlichkeitsprinzip). Diese sind „Indikatoren“, Hinweise, wie der Organismus seine heilende Regulation organisiert. Je genauer die Wirkung der Arznei mit diesen Beschwerden abgestimmt ist, je „ähnlicher“ das homöopathische Arzneimittel gewählt ist, umso effektiver ist seine heilende Kraft. 


2. Homöopathie bei „grippalem“ Infekt

„Grippale“ Infekte sind in der kalten Jahreszeit häufige Erkrankungen. Die Bezeichnung weist darauf hin, dass ihr Verlauf dem einer echten Virusgrippe ähnelt (Fieber, Gliederschmerz, allgemeines Unwohlsein). Die folgenden Arzneien sind bei „grippeartigem“ Infekt häufig angezeigt. Prüfen Sie bitte die vorliegenden Beschwerden und gleichen Sie diese mit der Beschreibung der Arzneien ab. Das „ähnlichste“ Arzneimittel kommt für die Behandlung in Frage. 


Eupatorium perfoliatum (Wasserhanf)

Typisch und leitend für die Auswahl von Eupatorium ist die Art des Gliederschmerzes: es ist ein tief liegender Knochenschmerz, als wären die Knochen zerbrochen oder zerschlagen. Der Kranke findet keine Ruhe, möchte sich Bewegen - die Bewegung führt jedoch nicht zu einer Linderung der (Knochen-) Beschwerden. 

Rhus toxicodendron (Giftsumach)

Der Auslöser für den Infekt kann eine große Rolle spielen: der Kranke ist nass - kalter Witterung ausgesetzt gewesen, war durchnässt oder hat sich nach Schwitzen verkühlt. Diese Arznei ist angezeigt, wenn der Gliederschmerz mehr einem Gefühl der Steifheit ähnelt. Es scheinen die Muskeln und Sehnen betroffen zu sein. Ähnlich wie bei Eupatorium findet der Kranke keine bequeme Lage, er ist ruhelos. Bei dieser Arznei erleichtert jedoch die Bewegung. Umhergehen, Dehnen und Strecken tun gut. Darüber hinaus besteht eine starke Kälteempfindlichkeit. Alle warmen, besser noch alle heißen Anwendungen (Heizkissen, Getränke, etc.) werden als angenehm empfunden. 


Gelsenium sempervirens (gelber Jasmin)

Das hervorgehobene Symptom ist die große Schwäche, die den Infekt begleitet. Zittern, insbesondere der unteren Extremitäten, ist die Folge jeglicher Anstrengung. Alles fühlt sich schwer an, die Beine sind wie mit Gewichten beladen. Der Kranke fühlt sich wie benommen, fast wie gelähmt. Selbst das Denken fällt schwer, man kann oder mag kaum einen klaren Gedanken fassen. Auch die Augen fühlen sich schwer und müde an, man möchte sie am liebsten schließen. 


Bryonia alba (Zaunrübe)

Bryonia passt am besten für einen Infekt mit große Trockenheit aller Schleimhäute: ein trockener schmerzhafter Husten quält die Betroffenen, die Lippen sind trocken und rissig, die Nase eher verstopft. Es verwundert also nicht, dass bei all der Trockenheit großer Durst besteht. Kalte Getränke werden auch in größeren Portionen gerne getrunken. Ein weiteres hervorstechendes Symptom zeigt sich in der Verschlechterung aller Beschwerden durch jede Bewegung. Ganz anders als bei Rhus toxicodendron liegt der Kranke meist ganz still und unbewegt in seinem Bett. Auch Störungen sind nicht willkommen. Der Kranke möchte seine Ruhe haben und in Ruhe gelassen werden. 

Einnahme homöopathischer Arzneien


Welche Potenz? 

Wir empfehlen für die akute Behandlung die homöopathische Potenz D12. 


Wie viel? 

Eine einzelne Gabe des homöopathischen Arzneimittels besteht aus 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder einer Tablette. 


Wie oft? 

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Ist die Arznei passend gewählt, erwarten wir nach wenigen Tagen, manchmal schon nach Stunden, eine Tendenz zur Besserung! 


Wann einnehmen? 

Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca. zehn Minuten liegen, dabei ist es egal, ob die Gabe vor oder nach dem Essen erfolgt.

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