Lippenherpes

Bei der Erkrankung handelt es sich um eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV). Zum ersten Kontakt mit dem Erreger kommt es fast immer im Kleinkindalter. Meist erfolgt diese erste Infektion ohne Symptome. Seltener entwickelt sich eine fieberhafte Erkrankung mit typischen Erscheinungen und Beschwerden im Bereich der Mundhöhle (Mundfäule, Stomatitis aphtosa).  

Bei entsprechender Neigung kann das Virus dann später im Erwachsenenalter durch individuell unterschiedliche Auslöser erneut aktiv werden. Eine Infektion mit HSV-Typ 1 führt zur typischen Bläschenbildung und Beschwerden um den Mund herum (Lippenherpes, Herpes labialis). Seltener werden Naseneingang, Wangen, Ohrläppchen oder das Gesäß befallen. HSV-Typ 2 wird durch Geschlechtsverkehr übertragen, er befällt die Genitalregion mit charakteristischen Erscheinungen und Beschwerden (Herpes genitalis). Beide Virustypen können, abhängig von der individuellen Disposition, zu (häufig) wiederkehrenden akuten Krankheitsepisoden führen.


Bei unkompliziertem Verlauf bilden sich Hauterscheinungen und Beschwerden in der Regel nach zwei bis maximal drei Wochen ohne Narbenbildung zurück. Meist bleiben die Veränderungen lokal begrenzt - sie können jedoch im akuten Stadium für Betroffene sehr belastend sein. Gefährlich kann die Infektion bei kleinen Kindern werden, ebenso während der Schwangerschaft oder bei sehr starkem Befall der Haut, z.B. bei einem Neurodermitis-Kranken. Breitet sich der Herpes im Bereich der Augen aus, besteht die Gefahr einer Schädigung der Hornhaut. Auch bei Menschen mit einer Schwächung des Immunsystems, bei HIV-Kranken oder während einer Chemotherapie, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen (bakterielle Superinfektion, Lungenentzündung, Entzündung des Gehirns).

Die Auswahl einer geeigneten homöopathischen Arznei berücksichtigt sowohl die Auslöser für das Auftreten eines Lippenherpes als auch die unterschiedlichen Veränderungen an der Haut und individuelle Beschwerden.