Sonnenschutz Pixabay
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Homöopathie im Sommer und auf Reisen

- Juli 2026

Wie immer in der Homöopathie, das auszuwählende Arzneimittel sollte möglichst gut zu den Beschwerden des erkrankten Menschen passen. Achten Sie möglichst genau auf die vorliegenden Symptome und beantworten Sie dann die folgenden Fragen: Gab es einen Auslöser? Welcher Art sind die Hauptbeschwerden? Was verbessert, was verschlechtert die Beschwerden? Bestehen begleitende Symptome? Durch den Abgleich mit den charakteristischen Merkmalen der beschriebenen homöopathischen Arzneien sollte es schnell gelingen, die „richtige“ Arznei auszuwählen. Für die (Selbst-) Behandlung akuter Krankheiten hat sich die homöopathische Potenz D12 als wirksame und zugleich praktisch nebenwirkungsfreie Darreichung bewährt.


Reisekrankheit


Bereits die Anfahrt zum Urlaubsort kann zur Qual werden, wenn Reisende unter einer sog. Kinetose leiden ("Bewegungskrankheit"). Fahren in verschiedenen Verkehrsmitteln lösen dann mitunter heftige Beschwerden aus. In der Regel gilt es zwischen zwei bewährten Arzneien zu differenzieren: Werden Übelkeit und Erbrechen von Schwindel begleitet, der zum Liegen zwingt und sich beim Aufrichten stark verschlechtert, sollte die Wahl auf Cocculus fallen. Bei Erbrechen, das mit heftigster Übelkeit, Blässe und Schwitzen einhergeht („zum Sterben elend“), denken Sie bitte an Tabakum.



Sonnenbrand

Übermäßiger Sonnengenuss kann unserer Haut schwer zu schaffen machen. Die Zunahme des schwarzen Hautkrebses steht mit der Häufigkeit und Intensität durchlebter Sonnenbrände, insbesondere im Kindesalter, in engem Zusammenhang.

Vorbeugen durch konsequenten Sonnenschutz, zum Beispiel Vermeiden der Mittagssonne und Tragen schützender Kleidung, ist besser als Heilen. Ist es jedoch zu einem Sonnenbrand gekommen, ist die Haut rot, heiß und brennt, heißt die wichtigste Arznei Belladonna. Die Wirkung von Belladonna erstreckt sich auch auf den typisch pulsierend, klopfenden Kopfschmerz, der durch reichlichen Sonnengenuss ausgelöst wird. Jede Erschütterung (Husten, Hüpfen etc.) führt zu einer Verschlechterung. Entwickeln sich bei einer Verbrennung allerdings Brandblasen, ist Cantharis angezeigt – die Blasen füllen sich mit Flüssigkeit, die Haut schmerzt brennend. Ob diese Verbrennungen durch Sonne oder andere Umstände ausgelöst wurden, ist für die Verwendung der Arzneien einerlei.


Insektenstiche

Auch heftige Reaktionen auf Insektenstiche (Mücken, Wespen, Bienen etc.) können das Urlaubsvergnügen trüben. Bei den entstehenden Beschwerden handelt es sich selten um allgemeine allergische Reaktionen. Entwickelt sich lokal eine ausgeprägte Schwellung, fühlt sich die Haut heiß an, verschafft Kühlen Linderung heißt die passende Arznei Apis mellifica. Mit zunächst stündlicher Einnahme von 3-5 Globuli können Schwellung und Beschwerden gut zurückgehen. Kommt es hingegen zu einer echten Allergischen Reaktion mit Schwellung in Mund und Rachen oder Beeinträchtigung der Atmung sollte rasch ein Arzt aufgesucht oder der Rettungsdienst alarmiert werden. Auch zusätzlich zu den dann angezeigten Medikamenten (Antihistaminika, Cortison) kann die Einnahme von Apis mellifica hilfreich sein.


Verletzungen

Die meist verblüffend schnelle und effektive Heilwirkung von Arnika bei Verletzungen hat viele Betroffene unmittelbar von der Wirksamkeit homöopathischer Arzneien überzeugt und zu „Anhängern“ der Homöopathie werden lassen. Am besten wirkt die Arznei nach stumpfen Verletzungen wie Prellungen oder dem typischen „Pferdekuss“ beim Sport. Charakteristisch ist die Entwicklung eines Blutergusses. Ebenso bei Quetschverletzungen, Muskelzerrungen beim Sport und insbesondere auch bei Vorliegen einer Gehirnerschütterungen ist Arnika unverzichtbar. Kommt es hingegen zu einer Schürf- oder Risswunde mit Substanzverlust, kann Calendula die notwendige Neubildung von Gewebe (Granulation) erheblich beschleunigen und Entzündungen vermeiden helfen. Zusätzlich zur Einnahme von Globuli kann die Heilung zu Beginn durch Umschläge mit Calendulatinktur (vermischt mit Wasser) gefördert werden. Bei (ungewohnter) sportlicher Betätigung können ein Hexenschuss, eine Sehnenscheidenentzündung oder ein Tennisarm unangenehme Folgen sein. Dann ist Rhus toxicodendron meist die passende Arznei nach dieser Überlastung von Bändern, Sehnen oder der Muskulatur. Insbesondere zu Beginn der Bewegung sind die Schmerzen am stärksten ausgeprägt, sie bessern sich mit zunehmender Bewegung, warme oder gar heiße Anwendungen werden als lindernd empfunden. Ist allerdings jegliche Bewegung mit (stechenden) Schmerzen verbunden, bessert fester Druck oder festes Bandagieren, sollten die Wahl auf Bryonia fallen,


Magen-Darmerkrankungen

Auch bei akuten Magen-Darmerkrankungen, gerade im Urlaub keine Seltenheit, hat sich die Einnahme homöopathischer Arzneien bewährt. Je nach Auslöser und Art der Beschwerden wählen Sie bitte einen passenden Wirkstoff. Die wichtigste Arznei bei Durchfall, ausgelöst durch den Verzehr verdorbener Speisen, ist Arsenicum album. Leitend ist der dünne bis wässrige Stuhl, der After ist gereizt und brennt. Der Durchfall kann mit Erbrechen sowie ausgeprägter Schwäche, Frieren und häufig auch begleitender Ruhelosigkeit einhergehen. Die häufige Gabe der Arznei (zu Beginn alle 1/2 - 1 Stunde) sollte recht schnell zu einer deutlichen Besserung des Befindens führen. Sind Durchfall und/oder Erbrechen sehr heftig, ist der Kreislauf in Mitleidenschaft gezogen, verbunden mit dem Gefühl „gleich umzukippen“ kann Veratrum album die passende Arznei sein. Steht starke, anhaltende Übelkeit mit wiederholten Würgen im Mittelpunkt und führt das ersehnte Erbrechen nur kurzfristig zur Erleichterung, sollte Ihre Wahl auf Ipecacuanha fallen.

Im Urlaub, wie auch im häuslichen Alltag, haben viele Menschen bereits gute Erfahrung mit der Arznei Nux vomica ("Brechnuss") gemacht. Der Auslöser ist meist ein „zu viel“: Zu viel Arbeit und Ärger, zu viel (Reise-) Streß, zu viel schwere Speisen (zu spät am Abend genossen), insbesondere zu viel Alkohol. Am Morgen geht es deutlich schlechter. Übelkeit, Brechreiz, (krampfartige) Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen können die Betroffenen plagen. Charakteristisch ist auch die begleitende Entwicklung einer hypochondrisch leidenden Stimmung - verbunden mit Ungeduld und Reizbarkeit, man möchte seine Ruhe haben.

Abschließend sei auf Okoubaka hingewiesen. Die Arznei wurde aus der Pflanzenheilkunde in die Homöopathie übernommen. Im Gegensatz zu den oben genannten Mitteln wird Okoubaka in niedrigen Potenzen, zum Beispiel D4, benutzt. Insbesondere auf Fernreisen, prophylaktisch eingenommen (zwei- bis dreimal täglich), kann die Arznei hilfreich sein und ihre entgiftende Wirkung entfalten.



Einnahme homöopathischer Arzneien


Welche Potenz? 

Wir empfehlen für die akute Behandlung die homöopathische Potenz D12. 


Wie viel? 

Eine einzelne Gabe des homöopathischen Arzneimittels besteht aus 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder einer Tablette. 


Wie oft? 

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Ist die Arznei passend gewählt, erwarten wir nach wenigen Tagen, manchmal schon nach Stunden, eine Tendenz zur Besserung! 


Wann einnehmen? 

Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca. zehn Minuten liegen, dabei ist es egal, ob die Gabe vor oder nach dem Essen erfolgt.

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