Schnupfen; Foto: © Picture Factory / fotolia
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Homöopathie bei akuten Atemwegsinfekten -
Teil 2: Homöopathische Arzneien beim Schnupfen

- Dezember 2025

Ein akuter Schnupfen, die Entzündung der Nasenschleimhaut, wird meist durch Viren ausgelöst. Es gelingt den Erregern in der Regel erst bei geschwächter Abwehrlage einzudringen und eine Entzündung auszulösen.


Wie immer bei der homöopathischen Behandlung sollten die charakteristischen Merkmale des auszuwählenden homöopathischen Arzneimittels möglichst gut zu den Beschwerden des Kranken passen. Die Beschreibung häufig angezeigter Wirkstoffe in dem folgenden Beitrag und die Behandlungstabelle ermöglichen eine rasche Auswahl der passenden Arznei. Unser einmaliger, interaktiver Online-Ratgeber unterstützt Sie effektiv in der (Selbst-) Behandlung. In allen Zweifelsfällen (z.B. keine Besserung der Beschwerden in kurzer Zeit, drohende Komplikationen oder schlechter Allgemeinzustand) wenden Sie sich bitte an einen (homöopathischen) Arzt.


Meist gelingt der Einstieg zur Auswahl des passenden Arzneimittels gut und einfach über die Art des Schnupfens bzw. der Absonderung aus der Nase ("Wie ist der Schnupfen?"). Ist der Schnupfens dünn und wässrig, eher schleimig oder überwiegt die Verstopfung der Nase? Davon ausgehend lassen sich die homöopathischen Arzneimittel recht gut voneinander unterscheiden.

Siehe Infobox 1: Wie wähle ich ein passendes homöopathisches Arzneimittel?

Siehe Infobox 2: Behandlungstabelle Schnupfen


Teil 2: Homöopathische Arzneien beim Schnupfen

1. Wässriger Fileßschnupfen

Allium cepa

- Küchenzwiebel -

Allium cepa ist eine häufige „Schnupfenarznei“, die bei wässriger, reichlich aus der Nase fließender Absonderung, „wie aus einem Wasserhahn“, zum Einsatz kommt. Nasenränder und Oberlippe werden schnell wund - nicht (nur) wegen der Reizung durch den großen Verbrauch an Taschentüchern. Das Nasensekret selbst reizt die Haut rasch, es ist wundmachend und beißend-scharf. Niesattacken sind gerade zu Beginn der Erkrankung häufig. Die Augen können vermehrt tränen, allerdings ohne Brennen oder Reizung der Augen.



Arsenicum album

-Weißes Arsen-

Wundmachender Schnupfen weist auch auf Arsenicum album hin. Allerdings fließt der Schnupfen eher spärlich, die Schleimhäute der Atemwege brennen und der Allgemeinzustand ist stärker betroffen: Schwäche und Erschöpfung mit Frieren, Frösteln sowie einem ausgeprägten Bedürfnis nach Wärme und warmen Anwendungen sind charakteristisch.



Euphrasia

-Augentrost-

Wie der deutsche Name vermuten lässt, ist Euphrasia ein wichtiges homöopathisches Arzneimittel bei Entzündungen der Augen, insbesondere wenn diese durch Verletzungen ausgelöst wurden. Allerdings kommt Euphrasia auch beim Schnupfen und insb. beim allergisch bedingten Schnupfen (Heuschnupfen) in Frage, wenn der milde, nicht wundmachende Fließschnupfen von starker Augenreizung und reichlicher Tränenfluss begleitet wird. Dabei sind die Augen sehr lichtempfindlich und werden durch Licht und Wind verschlechtert.



2. (Gelblich -) schleimiger Schnupfen

Pulsatilla

-Kuhschelle-

Neben der (gelb bis grün-) schleimigen Absonderung ist bei Pulsatilla die Verschlechterung der Beschwerden und des allgemeinen Befindens in warmer Umgebung sehr typisch. Dann kann die Nase unangenehm verstopft sein. In kühler Umgebung, im Freien oder bei geöffnetem Fenster geht es auffallend besser. Auch im Liegen ist die Nasenatmung meist behindert, währen leichte Bewegung, insbesondere gerne an der frischen Luft, deutlich erleichtert. Der Schnupfen wird mitunter, insbesondere bei Kindern, von etwas Tränenfluss begleitet. Geruch oder Geschmack können vermindert sein. Bei Kindern ist auffällig, dass es oft zu einer weinerlichen, anhänglichen Stimmung kommt. Trost und Zuwendung sind dann Wunderheilmittel…



Hepar sulphuris

-Kalkschwefelleber-

Bei dieser Arznei handelt es sich um ein Gemisch aus Schwefel und Calcium carbonat. Der Schnupfen ist mit starkem Frieren und Empfindlichkeit auf jeden Luftzug verbunden, der die Erkrankung auch auslösen kann (Klimaanlage). Insbesondere der Kopf wird eingehüllt und warmgehalten. Die Arznei ist auch angezeigt, wenn der Infekt als Schnupfen beginnt und sich in eine Entzündung der Nasennebenhöhlen ausweitet. Aber Vorsicht: Der Zustand bei Hepar sulphuris ist oft mit einer Eiterung verbunden (Nebenhöhlen), die mit einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes und deutlichem allgemeinen Krankheitsgefühl verbunden sein kann.



3. „Trockener“ Schnupfen mit verstopfter Nase

Kalium bichromicum

- Kalium bichromat-
Typisch für die Wahl dieser Arznei ist ein zäher, dicker, fadenziehender, meist gelber, gelb-grüner Schnupfen. In der Nase stören viele Krusten und Borken, die beim Ablösen oft bluten und eine rohe, wunde Stelle hinterlassen. Die Nase ist meist trocken und verstopft.


Sticta

-Lungenmoose-
Ist die Nase (sehr) trocken und besteht ein andauerndes Bedürfnis die Nase zu schnäuzen, auch wenn wegen der Trockenheit kaum Sekret entleert wird, denken wir an Sticta. Der Infekt beginnt gerne in der Nase, zunächst mit Druck und Völlegefühl in der Nasenwurzel (oder Stirn), um später „abzusteigen“ und im Husten zu enden.




Sambucus

-Holunder -
Typisch ist der sehr trockene, die Nasenatmung behindernde Schnupfen, auch trockener Husten ist möglich. Zusätzlich treten starke Schweißanfälle auf. Sambucus ist typischerweise bei kleinen Kindern oder Säuglingen angezeigt, die wegen der verstopften Nase Schwierigkeiten beim Trinken (Stillen) haben. Die Kinder erwachen nach Mitternacht, schwitzen stark und bekommen schlecht Luft durch die Nase.



Einnahme homöopathischer Arzneien


Welche Potenz? 

Wir empfehlen für die akute Behandlung die homöopathische Potenz D12. 


Wie viel? 

Eine einzelne Gabe des homöopathischen Arzneimittels besteht aus 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder einer Tablette. 


Wie oft? 

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Ist die Arznei passend gewählt, erwarten wir nach wenigen Tagen, manchmal schon nach Stunden, eine Tendenz zur Besserung! 


Wann einnehmen? 

Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca. zehn Minuten liegen, dabei ist es egal, ob die Gabe vor oder nach dem Essen erfolgt.

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