Sport/Laufen; Foto: ©Jag_cz/fotolia
Sport/Laufen; Foto: ©Jag_cz/fotolia

Behandlung einer Meniskusverletzung

Dr. med. M. Berger - September 2024

1. Meniskus - Aufbau und Funktion

Ein Meniskus ist eine knorpelähnliche, scheiben– und halbmondförmige Struktur innerhalb eines Gelenkes. Das Kniegelenk verfügt über einen Außen- und einen Innenmeniskus. Sie befinden sich zwischen den Gelenkflächen von Oberschenkel- und Schienbeinknochen (Abb. 1).

Durch angepasste elastische Verformung sind die Menisken in der Lage, die Kontaktflächen der beteiligten Knochen zu vergrößern und damit die zentralen Berührungsstellen des Gelenkknorpels mechanisch zu entlasten. Zudem helfen sie, die Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere) adäquat zu verteilen und damit die Ernährung des Gelenks zu verbessern. Menisken sind ähnlich wie Sehnen oder Bänder so genannte bradytrophe Gewebe. D.h., aufgrund mangelhafter oder fehlender Versorgung mit eigenen Blutgefäßen sind diese Gewebe auf eine Ernährung von außen angewiesen. Bei Verletzungen ist ihre Regenerationsfähigkeit langsam und begrenzt (1, 2).

2. Meniskusverletzungen

a. Degenerativ

Bei älteren Menschen, meist nach dem 40. Lebensjahr, kann sich ein degenerativ bedingter Meniskusriss entwickeln. Der Meniskus wird mit der Zeit zunehmend ausgedünnt („verschlissen“), so dass es keiner besonders ausgeprägten Krafteinwirkung bedarf, um einen Riss hervorzurufen. Ähnlich wie bei einer Lieblingsjeans, deren Stoff an einer belasteten Stelle immer dünner wird, bis er irgendwann, fast wie von selbst, reißt (1, 2).

b. Traumatisch

Bei so genannten Drehsportarten (Fußball, Handball, Skilaufen, Badminton u.a.) kann bei schneller Drehung, insbesondere unter Last, der Meniskus durch die große Krafteinwirkung einreißen. Meist ist der Innenmeniskus betroffen. Der Riss wird je nach Art und Lokalisation am Meniskus unterschiedlich benannt (Abb.2). Diese Art der Meniskusverletzung tritt häufiger bei jüngeren Menschen auf (1,2).


3. Symptome und Diagnose

Bei einem degenerativen Riss bestehen oft keine oder nur geringfügige, möglicherweise wiederholt auftretende Kniebeschwerden. Mitunter kann es auch ein Zufallsbefund sein, wenn aus anderen Gründen das Kniegelenk mittels MRT untersucht wird.


Bei akuten, traumatischen Rissen gibt häufig bereits die Anamnese, akut einsetzender Schmerz nach einer heftigen Drehbewegung im Kniegelenk unter Last, z.B. Verdrehen beim plötzlichen Stop aus vollem Lauf, den Hinweis auf eine Verletzung des Meniskus. Die akuten, mitunter überschießenden Reparaturbemühungen des Organismus zeigen sich in mehr oder weniger heftigen Entzündungserscheinungen: Schmerz, Schwellung (Erguss im Kniegelenk) und Überwärmung. Ist der Meniskus von seiner Ansatzstelle verschoben (luxiert) oder gar abgetrennt und stört er dabei die freie Bewegung, kann es auch zu Einklemmungserscheinungen kommen. Die Streckung oder Beugung im Kniegelenk ist dann blockiert.

Die klinische Untersuchung des Kniegelenks und spezielle Meniskustests können den Verdacht auf Meniskusriss erhärten. Nachgewiesen wird er letztlich in der Bildgebung mittels MRT (1, 2).

Allerdings sind auch die Ergebnisse von MRT-Untersuchungen insbesondere in Hinblick auf degenerative Meniskusschäden mit Umsicht zu bewerten. Im MRT lassen sich zwar feinste anatomische Veränderungen aufspüren – sie enthalten jedoch keinen Hinweis darauf, ob die Veränderung auch tatsächlich für die Beschwerden verantwortlich ist! Studien zeigen, dass auch bei beschwerdefreien Erwachsenen ca. 20 von 100 untersuchten Personen Meniskusrisse in MRT-Bildern aufweisen. Mit steigendem Alter lassen sich zunehmend Veränderungen der Gelenke trotz Beschwerdefreiheit nachweisen (2). Mit anderen Worten: Befund und Befinden sind oft zweierlei.


4. Meniskusriss – operieren oder konservativ behandeln?

Zunächst einmal scheint es plausibel, bei einer Verletzung des Meniskus den betroffenen Meniskusteil zu entfernen oder, wenn möglich, mittels Naht zu reparieren. Es stellt sich jedoch die Frage, gibt es Belege dafür, dass ein operatives Vorgehen gegenüber einer nicht-operativen (konservativen) Behandlung tatsächlich Vorteile hat?


Mehr lesen...

Hier gelangen Sie zu Ihrem persönlichen Login.
Sie haben noch keine Benutzerdaten? Hier können Sie sich neu anmelden.
Navigation
Infobox
  • Behandlung einer Meniskusverletzung
    PDF - 1.88 MB
Der Download ist nur für registrierte Mitglieder verfügbar.
LoginRegistrieren
Mit unserem bewährten Fragebaum können Sie schnell und sicher einen passenden homöopathischen Wirkstoff finden.
zum Online-Ratgeber
Anwendung und Umgang mit homöopathischen Arzneien.
Praktische Hinweise