Kerzen; Foto: ©weyo/fotolia
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Homöopathie bei Verbrennungen

Dr. med. M. Berger - Dezember 2019

Verbrennungen

Unter einer Verbrennung versteht man die Einwirkung von Hitze, die zur Schädigung von Haut und darunter liegendem Gewebe führen kann. In der Weihnachtszeit sind Kinder besonders gefährdet, eine Verbrennung zu erleiden. Kerzen mit ihrem flackernden Feuer ziehen Kinder magisch an. Neben der direkten Einwirkung von Flammen führen auch heiße Flüssigkeiten (Verbrühung), Dämpfe, Kontakt mit heißen Flächen (Herdplatte) und starke Sonneneinstrahlung zu Verbrennungen.


Verbrennungen sind nach ihrer Tiefe sowie nach der Größe der verbrannten Fläche zu beurteilen. Diese Beurteilung ist für nicht geschulte Laien nicht immer einfach vorzunehmen. Dazu einige Hinweise:


1. Verbrennungstiefe
Bei einer Verbrennung Grad 1 ist lediglich die oberflächliche Haut betroffen. Sie färbt sich rot und es kann zur Schwellung kommen. Der Schmerz ist meist stark ausgeprägt. Reicht die Verletzung tiefer, bilden sich Blasen, es löst sich die obere Hautschicht ab und/oder es bildet sich ein feuchter Wundgrund, dann liegt eine Verbrennung Grad 2 vor. Die Verbrennung Grad 3 ist durch Untergang von Hautgewebe gekennzeichnet, es kommt zur Verkohlung. Durch die Vernichtung von Hautnerven kann die Verbrennung Grad 3 mit erstaunlich wenig Schmerzen einhergehen. Reicht die Verbrennung noch tiefer, sind eventuell darunter liegende Gewebe wie Muskeln, Sehnen oder Knochen betroffen, spricht man von einer tiefergehenden Verkohlung, Verbrennung Grad 4.


Die Verbrennungstiefe ist zu Beginn nicht immer sicher einzuschätzen. Alle Verbrennungsgrade, insbesondere ab Grad 2, können anschließend mit sowohl ästhetisch als auch funktionell beeinträchtigender Narbenbildung einhergehen. Bei Verbrennungen über Gelenken kann dies problematisch werden. Im Falle von Zweifeln an der Verbrennungstiefe ist ärztliche Hilfe einzuholen.


2. Ausdehnung von Verbrennungen

Hinsichtlich der Ausdehnung von Verbrennungen ist zu beachten, dass es bei großflächigem Befall nicht nur zu lokalen Reaktionen, sondern aufgrund verschiedener pathophysiologischer Mechanismen zu einem schweren Schockzustand bis hin zur vitalen Gefährdung kommen kann.

Dazu reichen bei Kindern bereits Verbrennungen von 5 % der Hautoberfläche. Grob geschätzt kann man bei ihnen davon ausgehen, dass die Handfläche einschließlich Finger etwa 1 % der Körperoberfläche repräsentieren. Auch wenn im Gegensatz zur Verbrennungstiefe die Ausdehnung häufig überschätzt wird, gilt, im Zweifelsfall ohne zu zögern ärztlichen Rat einzuholen.

Allgemeine Behandlungsmaßnahmen

Je nach Tiefe bzw. Ausbreitung der Verbrennung erfolgt die Behandlung entweder im Rahmen der Selbstbehandlung - oder begleitend zur ärztlichen Begutachtung und Behandlung. Ich selbst kann auf eine reichhaltige Erfahrung in der Behandlung von Verbrennungen mit homöopathischen Arzneien zurückblicken. Egal ob im Rahmen der Selbstbehandlung oder ergänzend zur anderen notwendigen (ärztlichen) Maßnahmen – die homöopathische Behandlung lohnt sich außerordentlich!


Aus homöopathischer Sicht wird nach Entfernen von Kleidung oder anderen verbrannten Materialien die Erwärmung des betroffenen Gebietes gemäß dem Ähnlichkeitsprinzip mit warmen Wasser empfohlen. Konventionell gilt Kühlung als vordringliche erste Maßnahme. Wobei Kühlung nicht die Anwendung von Eis oder eiskaltem Wasser bedeutet, sondern die Berieselung mit einer Wassertemperatur von etwa 15-20°. Wenn man die Reaktionsweise des Organismus als Maßstab nimmt, kann man auch darauf achten, welche Wassertemperatur am besten toleriert wird, bzw. am angenehmsten ist.


Erstgradige Verbrennung bedürfen nicht unbedingt einer Behandlung von außen. Brandblasen schützen die darunter liegende Haut. Wenn die Brandblasen sehr groß und hinderlich sind, können Sie mit einer (sauberen) Nadel vorsichtig geöffnet werden, so dass die Blasenhaut auf der Brandwunde verbleibt. Sie bietet so einen natürlichen Schutz. Offene Brandwunden können zunächst mit einem der vielen angebotenen Wundverbände geschützt werden. Grundsätzlich gilt, (Brand-) Wunden sollten am besten trocken heilen, die äußere Behandlung ist nur für einen begrenzten Zeitraum hilfreich.

Homöopathische Arzneien

Im Online-Ratgeber besteht die Möglichkeit, interaktiv eine passenden Arznei für Verbrennungen zu finden.


Belladonna

Oberflächliche, erstgradige Verbrennung mit intensiver Rötung der Haut. Eventuell pulsierender Schmerz. Wärmeanwendung wird besser toleriert als Kälte; eventuell Verlangen, die verbrannte Haut zu bedecken.



Apis

Ebenfalls im Rahmen der Erstbehandlung von Verbrennungen. Starke Schwellung der Hautoberfläche. Hitzegefühl mit Verlangen nach Kühlung, der Schmerz ist eher brennend und/oder stechend.



Cantharis

Typische Blasenbildung bei zweitgradiger Verbrennung. Intensiv brennender Schmerz. Cantharis ist wohl das Arzneimittel, dass bei Verbrennungen am häufigsten zur Anwendung kommt.


Eins dieser drei oben genannten Arzneimittel ist meist als erstes Akutmittel bei Verbrennungen Grad 1 oder 2 angezeigt. Bei tiefergehender Verbrennung, zusätzlich zur ärztlichen Behandlung, kommt häufig Arsenicum album in Frage (schwarze Verfärbung von verkohltem Gewebe; brennender Schmerz; allgemeine Reaktion mit Unruhe, Schwäche und Frieren).


Calendula

In der zweiten Phase bildet sich insbesondere bei zweitgradiger Verbrennung eine offene, feuchte Wundfläche. Diese muss nun aus der Tiefe und von den Wundrändern her zuheilen (Granulation). Dies kann eine Weile dauern, die Wunde ist infektionsgefährdet. Die optimale homöopathische Arznei, die sich bei dieser Art von (Brand-) Wunden sehr oft bewährt hat, ist Calendula. Zusätzlich zu der innerlich eingenommenen Arznei kann bei feuchtem Wundgrund die Wunde mit einer verdünnten Calendulatinktur betupft werden.


Kommt es trotz sorgfältiger und umsichtiger Behandlung zu einer ästhetisch oder funktionell beeinträchtigenden Narbenbildung, können weitere homöopathische Arzneimittel eingesetzt werden. Die Behandlung kann auch dann noch aussichtsreich sein, ist jedoch wegen des organisierten Narbengewebe weniger erfolgversprechend. Beide folgenden Mittel sollten zumindest über 3-5 Wochen eingesetzt werden:


Causticum

Die Narbe neigt zur Verkürzung, was insbesondere über Gelenken deren Funktion beeinträchtigen kann.


Graphites

Die narbige Haut ist plump aufgetreten (Keloid), neigt zur Verkürzung und zum Zusammenziehen.


Einnahme homöopathischer Arzneien


Welche Potenz? 

Wir empfehlen für die akute Behandlung die homöopathische Potenz D12. 


Wie viel? 

Eine einzelne Gabe des homöopathischen Arzneimittels besteht aus 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder einer Tablette. 


Wie oft? 

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Ist die Arznei passend gewählt, erwarten wir nach wenigen Tagen, manchmal schon nach Stunden, eine Tendenz zur Besserung! 


Wann einnehmen? 

Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca. zehn Minuten liegen, dabei ist es egal, ob die Gabe vor oder nach dem Essen erfolgt.

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