Ohrenschmerzen; Foto: © Robert Knechte / foltolia
Ohrenschmerzen; Foto: © Robert Knechte / foltolia

Infekte bei Kindern - Mittelohrentzündung

Dr. med. M. Berger - Januar 2015

Es ist eine Besonderheit des kindlichen Organismus, bei Infekten schnell und heftig zu reagieren. So neigen Kinder sehr viel mehr als Erwachsene dazu, Erkrankungen mit (hohem) Fieber zu entwickeln – das mobilisiert die körpereigenen Abwehrkräfte und bekämpft wirksam Viren und Bakterien, die hohe Temperaturen nicht gut vertragen. Konventionellen Medikamente („Fiebersenker“, Schmerzmittel, Entzündungshemmer, u. a.) lindern lediglich Beschwerden, ohne den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen. Im Gegenteil, bei fieberhaften Infekten kann die übermäßige Senkung des Fiebers die Krankheitsdauer verlängern!  

Das Fieber senkende Medikamente sind lediglich bei hohen Temperaturen mit ausgeprägter Störung des Wohlbefindens und drohenden Komplikationen, wie Kreislaufbelastung, Gefahr der Austrocknung oder Fieberkrampf, sinnvoll. Bei Berücksichtigung der Tatsache, dass die meisten Infekte der Atemwege durch Viren ausgelöst werden, ist die vielfältige Verordnung von Antibiotika völlig unverständlich - weil meist nutzlos. Alle relevanten Studien zeigen, dass ihr Einsatz für die meisten betroffenen Kinder, wenn überhaupt, dann nur einen sehr geringen Nutzen aufweist. Bei akuter Mittelohrentzündung erhöhen sie die Gefahr eine erneute Erkrankung durchzumachen. Die dramatische Zunahme multiresistente Erreger ist der Preis für den unnötig häufigen Einsatz antibiotischer Substanzen. Darüber hinaus ist mit häufigen Nebenwirkungen zu rechnen, 10 % der antibiotische behandelten Kinder entwickeln Hautreaktionen oder Komplikationen des Magen-Darm-Trakts. 


Homöopathische Arzneien bei Mittelohrentzündung

Homöopathisch sind Kinder mit Entzündungen des Mittelohres, je nach individuellen Beschwerden, mit unterschiedlichen Arzneien zu behandeln. 


Ferrum phosphoricum

Bei gering oder nur mäßig ausgeprägten Beschwerden ohne besondere Krankheitszeichen ist meist diese Arznei gut passend. Die Temperatur ist nur wenig erhöht, der Allgemeinzustand wenig beeinträchtigt.


Belladonna (Tollkirsche) 

Belladonna sollte die geeignete Arznei sein, wenn die Schmerzen plötzlich beginnen und stark sind. Häufig begleitet schnell ansteigendes Fieber die Entzündung des Ohres. Die Kinder glühen, das Gesicht ist rot, Hände und Füße können auffallend kalt sein. Trotz des hohen Fiebers kommt es beim Abdecken zum Frösteln, Wärme tut gut. 



Pulsatilla (Kuhschelle)

Kommt es im Rahmen eines Schnupfens mit reichlich gelb- grüner Absonderung aus der Nase zu einer Mittelohrentzündung, denken wir zunächst an Pulsatilla. In warmer Umgebung, z.B. im Bett, ist die Nase verstopft und sowohl die Beschwerden des Ohres als auch der Allgemeinzustand schlechter. Kalte, frische Luft hat einen lindernden Einfluss auf alle Beschwerden. Für diese Arznei spricht auch die weinerliche und trostbedürftige Veränderung der Stimmung betroffener Kinder.


Chamomilla

Kippt die Gemütsverfassung in Richtung Unzufriedenheit (die Kinder verlangen nach Diesem und Jenem, wenn sie es bekommen, sind sie noch unzufriedener), Reizbarkeit und Zorn, beginnen die Kinder sich aggressiv gegen alles zu wehren, ist Chamomilla das Mittel der Wahl. Tragen und schnelles Schaukeln auf dem Arm kann sie vorübergehend beruhigen. Oft begleitet (grünlicher) Durchfall, der schnell zu einem Windelekzem führt, die Beschwerden. 


Einnahme homöopathischer Arzneien


Welche Potenz? 

Wir empfehlen für die akute Behandlung die homöopathische Potenz D12. 


Wie viel? 

Eine einzelne Gabe des homöopathischen Arzneimittels besteht aus 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder einer Tablette. 


Wie oft? 

Die Häufigkeit der Einnahme richtet sich nach der Aktualität der Beschwerden. Bei sehr akuten Beschwerden kann das passende Arzneimittel zunächst stündlich eingenommen werden, am zweiten Tag alle zwei Stunden, anschließend 2 - 4 x täglich. Bei weniger heftigen Symptomen reicht meist die 2 - 4 x tägliche Einnahme. Ist die Arznei passend gewählt, erwarten wir nach wenigen Tagen, manchmal schon nach Stunden, eine Tendenz zur Besserung! 


Wann einnehmen? 

Zwischen der Einnahme der homöopathischen Arznei und einer Mahlzeit sollte ein Abstand von ca. zehn Minuten liegen, dabei ist es egal, ob die Gabe vor oder nach dem Essen erfolgt.

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