Ökologisches System der Selbstregulation
Gärtnermeister Pedro Kussmann und sein 14-köpfiges Team sorgen dafür, dass die für die Arzneimittelherstellung benötigten Pflanzen in ausreichender Menge und Qualität vorhanden sind. Durch den Verzicht auf jegliche Art von Chemie gedeihen die Arzneipflanzen der DHU in einem ökologischen System der Selbstregulation.
Bereits seit 1976 wird der Anbau nach ökologischem Landbau betrieben, was die Prüfstelle seit 1998 durch das EU Zertifikat für ökologischen Landbau bescheinigt. Pedro Kussmann zeigt auf die bis zu 250 m langen Reihenkulturen, die jetzt im Dezember fast alle abgeerntet sind - außer den Stauden, Sträuchern und Bäumen. Diese Pflanzenarten benötigen oftmals mehrere Jahre bis sie beerntet werden können.
Die Pflanzen in Staffort werden mit großem Pflanzabstand angebaut, damit die Einzelpflanze viel Raum zum Wachsen hat. Für die Jungpflanzenaufzucht wird nur so viel Torf verwendet, wie die jungen Sämlinge zum gesunden Aufwuchs benötigen. „Für die Weiterkultivierung wird selbst produzierter Kompost (aus Pflanzenrückständen) verwendet“, erläutert Gärtnermeister Kussmann. An Stelle von mineralischem Dünger arbeiten er und seine Kollegen im Gewächshaus organischen Flüssigdünger (Zuckerrübenmelasse) und Bodenverbesserer wie Gesteinsmehl ein.
Die Freilandflächen werden stets mit Kompost gedüngt und auf den abgeernteten Flächen kultiviert man Bodenverbesserungspflanzen zur Humusbildung. „Wenn nötig müssen Schädlinge wie Schnecken oder der Kartoffelkäfer - z. B. auf Bilsenkraut - von Hand abgelesen werden, auch wenn dies sehr aufwändig und zeitintensiv ist“, erklärt Pedro Kussmann. Blattläusen rücken die DHU-Mitarbeiter auch schon mal mit einem kräftigen Wasserstrahl zu Leibe.