
Geschichte der Homöopathie
Was krank macht, kann auch heilen. So lautet die homöopathische Kernthese. Oder: Ähnliches hilft (siehe Ähnlichkeitsprinzip). Erste Hinweise auf diese entscheidende Säule der homöopathischen Medizin finden sich bereits im Alten Testament, bei Aristoteles und Hippokrates. Also lange bevor der sächsische Arzt Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann das Prinzip der sanften Medizin (wieder-) entdeckte. Doch die systematische Beschreibung und der Ausbau zu einem anwendbaren Heilsystem ist der Verdienst des engagierten Mediziners. Der Begründer der Homöopathie wurde 1755 in Meißen geboren. Nachdem er sein Medizinstudium in Leipzig abgeschlossen hatte, arbeitete er als Arzt, Chemiker und Pharmazeut. Die therapeutischen Möglichkeiten der Medizin seiner Zeit frustrierten ihn zunehmend. Ihm genügte es auf Dauer nicht, die bis dahin gängigen Arzneien, die nicht selten selbst giftige Eigenschaften hatten, zu verordnen. Er wollte die Hintergründe von Krankheit und Genesung erkunden. So betrieb er zahlreiche Studien in verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen.
Schon vor der systematischen Erforschung der Homöopathie hatte sich Hahnemann durch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen einen Namen gemacht. Das Jahr 1796 gilt als die eigentliche Geburtsstunde der Homöopathie. Der 41-jährige Arzt wagte in diesem Jahr einen spektakulären Selbstversuch: Obwohl er völlig gesund war, schluckte er für ein Experiment das Malariamittel Chinarinde.
Zu seiner Überraschung litt er bald nach der Einnahme unter malariaähnlichen Symptomen. Damit hatte er sein homöopathisches Grundprinzip entdeckt, demnach man Ähnliches mit Ähnlichem behandeln soll, um die Heilkräfte des Körpers zu aktivieren. 1810 wurde sein Werk „Organon der rationellen Heilkunde“ veröffentlicht. Es beschreibt in nahezu 300 Paragraphen das ausführliche Konzept der Homöopathie und die Grundregeln für die homöopathische Behandlung.
Hahnemann war Rationalist, geprägt durch das Wesen der Aufklärung. Er wurde von dem Grundsatz geleitet, ein rationales, vernunftbegründetes Behandlungskonzept zu entwickeln, das frei von spekulativen Elementen ist. 1811 habilitierte Hahnemann in Leipzig. Nach einer rastlosen Lebensphase wurde er Leibarzt des Herzogs Ferdinand von Anhalt - Köthen. In Köthen baute Hahnemann eine florierende homöopathische Praxis auf. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau, mit welcher der Visionär neun Kinder hatte, heiratete er 1835 die 40 Jahre jüngere Französin Melanie d’Hervilly. Hahnemann starb 1843. Beerdigt wurde er in Paris auf dem Friedhof Père Lachaise.
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